Erste "Toilette für alle" in Sachsen eröffnet
Am 19. Dezember wurde in Chemnitz am Johannisplatz die erste „Toilette für alle“ in Sachsen offiziell eröffnet.
Mit dem neuen WC-Standort steht Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen erstmals in Chemnitz und sachsenweit eine speziell ausgestattete öffentliche Toilette zur Verfügung. Der speziell ausgestattete WC-Container bietet neben einem barrierefreien WC eine Liege sowie einen Personenlifter, der rückenschonend Betroffene vom Rollstuhl auf das WC oder die Liege befördern kann. Die Toilette ist über den Euroschlüssel für Behindertentoiletten zugänglich, einem europaweit einheitlichen Schließsystem für behindertengerechte Anlagen. Der barrierefreie Zugang zum WC-Container wird noch um einen beleuchteten Handlauf ergänzt.
Die Idee für die „Toilette für alle“ entstand im Vorfeld des Europäischen Kulturhauptstadtjahres 2025 in Zusammenarbeit zwischen dem Sozialverband VdK Sachsen und der Stadt Chemnitz. Der WC-Container wurde vom Sozialverband VdK Sachsen beschafft und über das Förderprogramm „Barrierefreies Bauen – Lieblingsplätze für alle“ des Freistaats Sachsen unterstützt. Die Baukosten, unter anderem für die Herstellung des Fundaments, die Erschließung und die barrierefreie Zuwegung, belaufen sich auf rund 60000 Euro und wurden durch die Stadt Chemnitz finanziert.
Gute Zusammenarbeit
Horst Wehner, Präsident des VdK-Landesverbands Sachsen, betonte zur Eröffnung: „In Chemnitz gibt es schon seit vielen Jahren eine aktive Bewegung von Menschen mit Behinderungen. Die gute Zusammenarbeit zahlreicher Akteure hat dieses Projekt möglich gemacht und sichert jetzt allen Menschen eine Teilhabe am alltäglichen Leben in der Stadt.“
Teilhabe sicherstellen
Anja Lippmann, Vorsitzende des Inklusionsbeirats der Stadt Chemnitz ergänzte, dass damit Menschen mit Behinderungen an Veranstaltungen in der Innenstadt teilnehmen können, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, wo sie auf Toilette gehen können.
Chemnitz verfügt über öffentliche und behindertengerechte Toiletten. Für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen sind die vorhanden Toilettenanlagen jedoch oft ungeeignet. In einer „Toilette für alle“ finden Menschen mit schweren Behinderungen, wie beispielsweise Querschnittslähmungen, Schädel-Hirn-Traumata, angeborenen schweren Behinderungen oder Multipler Sklerose alles, was sie für ihre persönliche Hygiene benötigen.
Bundesweites Projekt
Das Projekt „Toiletten für alle“ verzeichnet deutschlandweit mittlerweile 190 Standorte - der Großteil jedoch in den westlichen Bundesländern. Koordiniert werden diese von der Stiftung Leben pur mit Sitz in München.
In den neuen Bundesländern besteht dagegen nach wie vor erheblicher Nachholbedarf. Deshalb appelliert die Stiftung Leben pur an Bund, Länder und Kommunen, den Ausbau solcher Einrichtungen in Kultur-, Freizeit- und Bildungseinrichtungen aktiv voranzutreiben. Diesen Aufruf unterstützt auch der Sozialverband VdK Sachsen. Inklusion ist kein freiwilliges Extra, sondern ein Menschenrecht – und sie beginnt dort, wo die Bedürfnisse aller von Anfang an mitgedacht werden. Weitere Informationen gibt es auch unter Externer Link:www.toiletten-fuer-alle.de
Bedienungsanleitungen
Für alle Benutzerinnen und Benutzer der “Toilette für alle” stellen wir nachfolgend verschiedene Bedienungsanleitungen für die technischen Geräte bereit:

